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Mit dem Nachtzug nach Lapland - 2014

In winter 2014 a dream came true: I saw the northern lights with my own eyes. Bringing a pair of long underwear, a copy of Lem's "Star Diaries" and my two friends Michael and Neel, I took the long journey to the far north of Swedish Lapland to witness one of nature's most magical spectacles.
I met interesting people and experienced the beauty of Lapland's manifold landscape, of which I was able to take my first "sophisticated" photographs with my sister's old camera. And the long journey - which we traveled by train mostly; click on the map to the right to view the whole way - once again taught me this: Der Weg ist das Ziel.

Most of the content is in German. The journal entries are sorted by date (latest first).

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This diary is missing most of its entries, because I haven't yet migrated them to this new location. I will find some time to do that once I'm at South Pole.

  • Die lange Reise beginnt
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  • 20. November 2014

I wanna go
Even if I'm snowed up whole
I wanna go
Hear the north wind blow.
(Blaudzun)

"Von hier oben sehen die Wolken wie Zuckerwatte aus" sagt Michael, als er seine Nase neben meine an die ovale Fensterscheibe drückt. Der schneeweiße Wolkenteppich, der sich bis zum Horizont erstreckt, sieht tatsächlich erstaunlich fluffig aus.
Mit der Sonne im Rücken rast die kleine Boing 737-800 Maschine gen Norden; wir müssten jetzt irgendwo über der Ostsee sein. Immer wieder tauchen kleine Wolkenberge in dem weißen Meer aus Zuckerwatte auf, sodass man sich an Wale und Seeungeheuer im Ozeon erinnert fühlt.
Neben uns schnarcht mein indischer Gaststudent Neel, der dritte in unserem Bunde, auf dem unbequemen Flugzeugsitz friedlich vor sich hin und verpasst das meterologische Schauspiel. Was sagt man dazu.
Als das Flugzeug zum Sinkflug vor Stockholm-Skavsta ansetzt, ist die Sonne bereits untergegangen - dabei ist gerade einmal viertel nach vier.
Das Wetter an unserem Zielflughafen unterscheidet sich von dem in Düsseldorf-Weeze nur unwesentlich. 5° C, bewölkt, Pfützen auf dem kahlen Asphalt des Rollfeldes. Obwohl es in der kleinen Empfangshalle schön warm ist, halten wir uns dort nur kurz auf, um drei Bustickets nach Nyköping (gesprochen Nüschöpping) zu kaufen. Von dort wollen wir mit dem ersten Zug unserer langen Reise ins 100 km entfernte Stockholm fahren. Sowohl der Bus als auch der Zug sind absolut pünktlich, sodass wir bereits kurz nach der Landung in einem warmen, gemütlichen Großraumabteil sitzen und die ersten Butterkekse in uns hineinstopfen. Die Züge in Schweden sind übrigens um einiges komfortabler als in Deutschland: Die Sitze sind breiter (weil auch die Wagen ein Stück breiter sind), weicher und sauberer. Wie bei uns in der 1. Klasse! Sogar die Toiletten sind okay.

Nach einstündiger Fahrt erreichen wir Stockholm Central Station, um exakt 18:31 Uhr. Da wir einen - dank der Pünktlichkeit der schwedischen Bahn völlig überflüssigen - zeitlichen Puffer von gut vier Stunden eingeplant haben, beschließen wir, ein wenig Schwedens Hauptstadt zu erkunden. Da es jedoch dunkel und kalt ist, zieht es uns bald in ein Sportlokal in der Nähe des Bahnhofs, wo man uns Pizza und Bier für 100 Kronen serviert.
Der Stockholmer Hauptbahnhof ist ziemlich groß und modern und bietet allerlei Einkaufsmöglichkeiten, sodass wir uns dort später mit weiteren Supplies für die uns bevorstehenden nächsten 17 Zugstunden eindecken.
Dösend warten wir auf einer Bank, bis es Zeit ist, Gleis 18 aufzusuchen.