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Uganda 2014 - Ein Reisetagebuch

In late summer of 2014, I traveled the East African country of Uganda for five weeks, together with my good friend Paul. This is the digital version of the travel diary I kept throughout the journey, in which I have written down my personal impressions of this beautiful country and its people. It is full of awesome and less awesome photographs, where the awesome ones are taken by Paul (marked with [Paul]), whereas the meh ones are taken by myself. You'll see :).
You can click on the map to the right to view all the places we've been to.

Most of the content is in German. The journal entries are sorted by date (latest first).

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This diary is missing most of its entries, because I haven't yet migrated them to this new location. I will find some time to do that once I'm at South Pole.

Die Mondberge nahe Fort Portal ragen majestätisch vor uns auf, als wir auf unseren Pikis die Stadt verlassen. Rwenzori, Mountains of the Moon, Mondberge - woher die Berge ihren Namen haben, kann man nur ahnen, wenn man in einer klaren Nacht auf einem von Fort Portals Hügeln sitzt, dem Wind lauscht und das Glitzern des Mondlichts auf den nebeligen Hängen beobachtet.
Doch jetzt ist es früh am Mittag, und Paul, Olli, Enrico, Jenni und ich sind auf dem Weg zu einem kleinen Camp irgendwo in den Bergen. Jeweils zu zweit haben wir uns ein Piki geliehen. Es ist erstaunlich, wie leicht man sich hier Sachen ausleihen kann - zumindest als Muzungu. Eine mündliche Absprache, ein bisschen Handeln um den Preis, schon hat man ein fahrtüchtiges Piki für den Rest des Tages. Keine Formulare, keine Unterschrift, nichtmal ein Führerschein oder eine Demonstration der eigenen Fahrkünste ist nötig.

Ich fahre bei Enrico mit, der mit Abstand der erfahrenste Fahrer ist. Jenni ist bei Paul untergebracht, der sich bisweilen noch etwas schwer tut, aber ansonsten ganz solide fährt für jemanden, der das erst gestern gelernt hat. Abwechselnd liefern wir uns ein Rennen mit Olli, der alleine fährt und daher deutlich schneller unterwegs ist.
Auf halber Strecke der ca. 30-minütigen Fahrt halten wir an einem großen Local-Market, um Pfeil und Bogen zu kaufen. Ja, richtig, Pfeil und Bogen. Für den bis jetzt unbewaffneten Guard des Kagote-Hauses. Da wir jedoch außer Macheten und Äxten nichts finden und auch Jennis Frage "Wo ist denn hier der Schwarzmarkt?" nicht weiterhilft, machen wir uns weiter auf den Weg Richtung Mondberge.

Nach einem weiteren Stop zur Stärkung in einem kleinen Local Restaurant erreichen wir bald den Fuß der Berge, wo unser Guide Elisha, den Enrico bereits kennt, auf uns wartet.

Eine halbe Stunde lang geht es steil nach oben. Zufuß natürlich, über Feldwege, die teilweise vom Regenwasser tief ausgefurcht sind. Enrico und ich bilden die Vorhut, da er den Weg auswendig kennt. Er legt ein Tempo vor, dem ich als kleines Persönchen mit Bier im Rucksack und in der sauerstoffarmen Höhenluft nur schwer gewachsen bin. Schwitzend und keuchend versuche ich Schritt zu halten, und plumpse schließlich neben Enrico auf die Bank im kleinen Camp, das unser erstes Etappenziel bildet. Erstmal ein kühles Bier!

Wir haben fast ausgetrunken, als auch die anderen endlich um die Steile Biegung kommen. Mit Ausnahme von Elisha sind alle in einem ähnlichen Zustand wie ich, doch auf unserer Bank ist genug Platz für fünf schlappe Europäer.

Die Aussicht von hier ist atemberaubend: Man kann das ganze Tal überblicken, sogar Fort Portal glitzert am Horizont in der Sonne. Matooke-Plantagen soweit das Auge reicht. Enrico erklärt uns, dass man hier den Regen bereits eine halbe Stunde hören kann, bevor er das Camp erreicht - als ein Rauschen auf den tausenden Blättern der Bananenpflanzen. Tatsächlich ziehen in der Ferne Regenwolken über Ugandas Ebenen und zeichnen ein beeindruckendes Licht- und Schattenspiel auf die Hügel und Felder.

Nachdem Elisha uns selbstgepflückten Tee und Kaffee serviert hat, geht die Tour weiter. Wieder fast senkrecht aufwärts, eine echte Strapaze! Doch das Jammern vergeht uns instantan, als Gegenverkehr auf dem schmalen Pfad auftaucht. Eine Herde Ziegen, gescheucht von Kindern mit Stöcken, ein Hund (der Murmel ziemlich ähnlich sieht) und zwei alte Frauen, die riesige Stapel Feuerholz auf Kopf und Rücken transportieren. Respektvoll versuchen wir, auf die grasbewachsenen steilen Hänge auszuweichen, doch man lässt uns vor. Sogar Fotos dürfen wir schießen.

Da ich über Nacht eine leichte Erkältung ausgebrütet habe, schnaufe ich den Weg entlang. Ob ich erkältet sei, fragt Elisha. Ich nicke hustend. Er beugt sich hinunter und pflückt eine Pflanze mit kleinen weißen Blüten. Er zermahlt sie zwischen seinen Fingern und reicht mir die Pampe. Tief einatmen!
Zuerst spüre ich gar nichts, aber nach ein paar Sekunden sind Nase und Nebenhöhlen komplett freigepustet, wie von scharfem Senf oder Meerrettich. Ich schüttel mich, muss mehrmals nießen - und es geht mir tatsächlich besser! Wie das Gewächs heißt, will ich wissen, doch Elisha kann sich nicht erinnern. So tauft Olli die kleine weiße Pflanze Okaranga.

Weiter geht die Wanderung, an Gemüsefeldern, Plantagen und einem kleinen Wasserfall vorbei. Immer wieder bleibt Elisha stehen, um uns die Wirkung der hier wachsenden Heilpflanzen zu erklären. Eine kann sogar Vegetarismus "heilen" :D.

Von einem gegenüberliegenden Abhang hören wir Rufe. Drei kleine Jungs sitzen dort auf einem Stein und winken uns fröhlich zu. Plötzlich fangen sie an zu singen und führen sogar einen kleinen Tanz für uns auf - ein Glück, dass die Akustik hier zwischen den Hängen so gut ist (die Menschen hier kommunizieren hier problemlos über hunderte Meter weit)!

Dank der Bananenblätter werden wir nicht vom Regen überrascht, und sind bereits auf dem Rückweg, als die ersten schweren Tropfen vom Himmel fallen. Im Camp machen wir es uns in einer der kleinen strohgedeckten Lehmhütten gemütlich und warten den Regen ab, währrend wir uns ins Gästebuch eintragen.

Der Abstieg ist an den steilen Hängen nicht weniger angstrengend als der Aufstieg, aber bald haben wir unsere Pikis erreicht, die wir unter einem Baum geparkt haben, in dem Crested Cranes nisten - Ugandas Nationaltiere!
Die Rückfahrt nach Fort Portal gestaltet sich als deutlich schwieriger als die Hinfahrt. Zuerst haben alle drei Fahrzeuge Startprobleme, da die Kickstarter sehr temperatur- und wasserempfindlich sind. Dann ist nach 100 m Pauls Lenkstange locker, was fast einen Unfall verursacht. Währrend Enrico Paul und Jenni beim Reparieren des Motorrads hilft, erklärt Olli mir an der Roadside die Grundlagen des Piki-Fahrens. Nach der theoretischen Einführung kann ich natürlich nicht widerstehen und übe das Anfahren - das ist wirklich leichter als gedacht! Eine Sekunde, nachdem Olli mich als wahres Naturtalent bezeichnet hat, bricht mir kurzerhand die Kupplung ab. Als die anderen mit Pauls wieder funktionstüchtigem Gefährt zurückkehren und wir ihnen die schlechte Nachricht beichten, fällt es uns wie Schuppen von den Augen: Wir haben uns die letzten Schrottbodas geliehen! Natürlich ist es mitlerweile stockdunkel. Zum Glück kommt ein erfahrener Boda-Fahrer vorbei, der uns das Motorrad mit abgebrochener Kupplung bis zur nächsten Werkstatt fährt. Olli übernimmt dessen Piki.
Die Werkstatt hat natürlich schon geschlossen, auch Ersatzteile gibt es nirgendwo mehr zu kaufen. Also lässt sich Enrico für 3000 UGX erklären, wie man ein Piki ohne Kupplung fährt: Man tut es einfach. Die Kupplung sei bei diesem Modell zum Schalten völlig überflüssig. WTF.

Endlich in Fort Portal angekommen, teilen wir die Reperaturkosten fair mit den Piki-Besitzern. Natürlich ist es mitlerweile zu spät für eine Pizza im Dutchess, also essen wir "Chips & Liver " im Mastersnacks. Das Zeug ist wirklich der Hammer! Dazu ein mit Leitungswasser gemischter Saft, der sich am nächsten morgen mit Verdauungsproblemen rächt. Totally worth it!

Heute steht schon der nächste Kratersee auf dem Plan: Der Nkuruba Lake, der eine gute halbe Boda-Stunde vom Paradise entfernt liegt. Nach dem kohlenhydratreichen Frühstück bei unserem Rolex-Stand finden wir einen Fahrer, der uns für 15.000 UGX an unser Ziel bringen will - Rückfahrt inklusive (Pustekuchen).
Ich muss zugeben, dass es zu dritt auf einem Boda nach einer halben Stunde Fahrt über Buckelpisten echt unbequem wird - egal wie spaßig Boda-Fahren normalerweise ist.

Der Nkuruba Crater Lake ähnelt dem Kyaninga nicht sehr. Er ist weniger weitläufig, unübersichtlicher, viel wilder, aber nicht weniger schön. Das kleine Camp am Kraterrand ist jedoch in keinster Weise zu vergleichen mit der riesigen Nobel-Lodge für lächerlich reiche Muzungus am Kyaninga.
Eine Lady kommt in Zeitlupe auf uns zugeschlichen, um uns nuschelnd darauf hinzuweisen, dass der Zugang zum Krater 10.000 UGX kostet - für jeden von uns. Also folgen wir ihr ebenso langsam zur Rezeption des kleinen Camps, wo sie uns einen Kassenbong ausstellen will. Natürlich müsse sie zuerst den Schlüssel zur Kasse holen, sagt sie, und verschwindet für eine gefühlte Ewigkeit. Als sie endlich zurückkehrt, malt sie Buchstabe für Buchstabe in ihr Kassenheft, die Blaupause hat sie falsch herum hereingelegt. Ich wage nicht, sie darauf hinzuweisen, da unsere Zeit auf dieser schönen Erde ohnehin schon knapp bemessen ist. Also bedanken wir uns für unseren "doppelten" Kassenzettel und machen uns eilig davon - die Dame hat ja heute bestimmt noch einen weiteren Bong zu schreiben.

Mein Frust über diese verschwendete halbe Stunde verfliegt schnell, als wir den ersten Baum erreichen, in dem ein halbes Dutzend Äffchen sitzt: Große Black and White Colobus Monkeys mit ihrem pinselartigen Schwanz, kleine graue Vervet Monkeys mit neugierigem Blick und struppige Red-Tailes. Die Tierchen sind sehr zutraulich und dulden uns in ihrer direkten Nähe, sodass Paul ein paar gute Fotos schießen kann. Streicheln lassen will sich jedoch keins der Äffchen.

Auf dem Weg um den See herum (der im Gegensatz zum blauen Kyaninga eine matschig-bräunliche Färbung hat; was üblicherweise ein Zeichen für erhöhtes Bilharziose-Risiko ist) verlieren wir den Trampelpfad - und finden uns plötzlich mitten im Busch wieder. Also kämpfen wir uns ohne Machete, dafür aber mit unhandlichen Rucksäcken durch Dornenbüsche, über umgefallene Baumstämme und an Lianen vorbei. Begleitet werden wir vom Zirpen der Grillen und Quaken der Frösche. Libellen verfangen sich in meinen Haaren. Die Luft ist schwül-warm, Schweiß läuft uns die Stirn herunter, als wir uns durch das wilde Dickicht des ugandischen Dschungels schlagen. Hoch über unseren Köpfen machen sich die Colobus-Monkeys über uns lustig.

Irgendwann stoßen wir auf so etwas ähnliches wie einen Pfad, der uns steil hinhauf an den Kraterrand führt. Offensichtlich sind wir auf der anderen Seite des großen Kraters gelandet. Hier treffen wir auf eine weitere große Gruppe Affen, die sich einen Riesenspaß daraus machen, auf Paul und seine Kamera herunterzupinkeln, thihihi :D.
Schon denken wir, wir haben uns endgültig verlaufen, da taucht zwischen den hohen Bambusbüschen eine handvoll Hütten auf - es ist das Camp, von wo aus unsere kleine Odysee begonnen hat. Unser Fahrer wartet wie versprochen am ausgemachten Treffpunkt. Auf dem Rückweg halten wir in einem kleinen Dorf. Hier lernen wir die Frau des Fahrers kennen und laden die Vorräte ab, mit denen wir uns bisher den Platz auf dem kleinen Motorrad geteilt haben.
Als wir am Gästehaus ankommen, verlangt der Fahrer das doppelte des ausgemachten Preises. Er habe uns nicht richtig verstanden, behauptet er - eine typische Masche. Wir fallen nicht darauf herein, sind aber zu müde zum diskutieren. Wir geben ihm 25.000 UGX, fast 3 € extra. Aber nur, weil wir seine Frau so nett fanden.

Den Abend verbringen wir im Kagote, dem Haus der Freiwilligen. Wir essen fantastische Burger aus dem Forest, Allans Bar, und trinken Tütenschnaps. Müde und erschöpft von der langen Wanderung mache ich mich bald auf den Heimweg. Mitlerweile macht es mir kaum noch etwas aus, nachts allein durch Fort Portal zu laufen.

  • Glossar Eintrag #9     Money money money

Die ugandische Währung gehört meiner Meinung nach zu einer der schönsten der Welt. Ein ugandisches Nationaltier ziert jeden einzelnen Schein - außer die 10.000 Note, die stattdessen ein Bild von Matooke trägt. Der Umrechnungsfaktor von Euro zu Uganda Schillings, abgekürzt UGX, ist ungefähr 3340. Man schleppt also immer ziemlich große Zahlen mit sich rum; der kleinste Schein ist ca. 30 Cent, der größte ca. 15 Euro wert. Fast überall kann man auch mit US-Dollar bezahlen, jedoch nur mit Noten, die nach 2006 hergestellt wurden und nicht total zerfleddert aussehen. Mit meinen 100 1-Dollar-Scheinen von 1974 kam ich daher nicht sonderlich weit...

Zu viel sollte man allerdings nie dabei haben, da man wohl doch relativ hochfrequentiert ausgeraubt wird. Uns ist das zum Glück nicht passiert.

Das ausgemachte Treffen mit den anderen verzögert sich etwas, da Enricos Piki streikt. Viel macht es mir allerdings nicht aus; am liebsten würde ich den Rest des Urlaubs hier in Jacaranda verbringen, einem der schönsten Fleckchen der Welt.

Doch alles hat mal ein Ende, und so sitze ich ein paar Stunden später auf meinem Boda durch die Hügellandschaft um den Kyaninga Crater Lake. Die Fahrt ist holprig, aber die Aussicht ist wunderschön. Immer wieder kommen wir an kleinen Dörfern vorbei, durch die wir mit lauten Muzungu, Muzungu!-Rufen der Kinder begleitet werden.

Vom Kraterrand kann man auf den 250 m tiefen (!), türkisblauen See hinabschauen. Ein atemberaubender Anblick! Dahinter auf dem Hügel liegt die sauteure Kyaninga Lodge, in der eine Nacht mal locker 300$ kostet. Da die Fort Portal-Freiwilligen jedoch den Manager der Lodge kennen, dürfen wir in dem malerischen See schwimmen gehen, der angeblich sogar Bilharziose-frei ist. Die türkise Farbe spricht jedenfalls für Parasiten-killende Chemikalien ;).
Da ein Gewitter aufzieht, eilen wir die steile Holztreppe durch den bewaldeten Hang hinunter, die zu einem kleinen Steg am See führt. Unten treffen wir die anderen, die gerade schon ihre Sachen packen, um im Trockenen heim zu kommen. Doch keine Warnung kann mich mehr davon abhalten, kopfüber in den kühlen See zu springen. Herrlich! Enrico und Jenni geht es ähnlich, und wir planschen durch die idyllische Kulisse, bis der Donner über uns bedrohliche Ausmaße annimmt.

  • Glossar Eintrag #8     Reisekrankheiten und andere Dinge, die man sich lieber nicht einfängt

Man ahnt es vielleicht schon: In Uganda kann man sich ne Menge einfangen. Es ist nunmal ein Entwicklungsland mit entsprechenden Hygiene- und Gesundheitsstandards, die für einen empfindlichen Westeuropäer nur schwer wegzustecken sind. Hier ein paar Sachen, auf die man vorbereitet sein sollte:

Durchfall und Erbrechen sind ein alltägliches Problem, was jedoch nicht nur durch fehlende Hygiene, sondern auch durch die fremde Cuisine und vor allem durch verseuchtes Trinkwasser verursacht wird. Gut zusammengefasst von einem der Freiwilligen, der hier lieber anonym bleiben möchte: "Durchfall hat man hier eigentlich immer. Es gibt nichts Schöneres, als beim Scheißen [auf dem Plumpsklo] 20 m unter einem das befriedigende Plumpsen von festem Kot zu hören."

Uganda ist Hochrisikogebiet für Malaria. Dennoch ist die Ansteckungsgefahr relativ gering; kaum einer der Freiwilligen nimmt noch Chemoprophylaxe, geschweige denn die Einheimischen. Steckt man sich dennoch durch den Stich einer Anopheles-Mücke an, ist damit nicht zu spaßen; an Malaria sterben hier jährlich immer noch viel zu viele Menschen, meist aufgrund von unzulänglicher medizinischer Versorgung. Ein Mückennetz überm Bett ist also auf jeden Fall zu empfehlen, schon allein wegen der ganzen anderen fliegenden Plagegeister.
Für Touristen, die sich nur ein paar Wochen in Uganda aufhalten, ist Malaria-Prophylaxe dennoch auf jeden Fall empfehlenswert (da sonst im Fall einer Ansteckung vom Urlaub nicht mehr viel übrig bleibt). Das Zeug ist allerdings relativ teuer. Wer auf Albträume, Verfolgungswahn, Halluzinationen und sonstigen trippigen Psychoscheiß steht, kann sich auch mit einer deutlich billigeren Prophylaxe mit solchen Nebenwirkungen eindecken. Ich hab mich das nicht getraut. Wirkt aber auch nicht bei jedem gleich...

Grundsätzlich sind erstmal alle ugandischen Gewässer mit den Bilharziose-Parasiten verseucht, Nil und Viktoriasee eingeschlossen. Die winzigen Viecher penetrieren innerhalb weniger Sekunden die Haut des ahnungslosen (oder verrückten) Badenden und gelangen über die Blutbahn in verschiedene Organe, wo sie meist erst nach einiger Zeit zum Problem werden. Bilharziose ist behandel-, aber erst nach 10 Wochen nachweisbar. Für Paul und mich steht der Besuch beim Doktor also auch noch an, da wir es uns in einem Anflug von zu viel YOLO natürlich nicht nehmen ließen, in verschiedenste Seen zu hüpfen...

Uganda ist im Moment kein Cholera-Epidemiegebiet (Stand: Herbst 2014). Trotzdem ist eine Impfung unter Umständen lohnenswert, da sie die ein oder andere Magen-Darm-Infektion vorbeugen kann. Wenn hier die Cholera ausbricht, sollte man sein Flugticket vielleicht lieber eintauschen und stattdessen Urlaub im malerischen Obertrubach-Bärnfels machen.

In Uganda gibt es zur Zeit ebenfalls keine bekannten Fälle von Ebola. Man sollte vorsichtshalber aber trotzdem die Finger von Fleischgerichten lassen, bei denen man nicht so genau weiß was drin ist - Fledermäuse sind Ebola-Wirtstiere. Die Krankheit ist absolut tödlich. Hoffen wir, dass Uganda weiterhin verschont bleibt (Stand: Herbst 2014).

Pflichtimpfung für die Einreise nach Uganda ist nur Gelbfieber. Dennoch werden einige andere Impfungen wärmstens empfohlen. Insgesamt kann man sich auf Impfkosten ungefähr in Höhe der Flugkosten einstellen. Ich habe mich vorab impfen lassen gegen: Hepatitis A bis Z, Typhus, Tollwut (ziemlich teuer), Meningitis ACWY, Cholera, und Malaria Chemoprophylaxe (auch schweineteuer).

Geweckt werde ich an diesem Morgen von einem Sonnenstrahl, der durch ein kleines Loch im Wellblechdach von Enricos Unterkunft direkt in mein Gesicht scheint. Fast schon mittag!

Ich wasche mir die Haare mit Regenwasser und Spüli im Plastikzuber. Als ich vor die Tür trete, lasse ich meinen Blick für eine Weile über Kazungas Hänge schweifen. Barfuß stehe ich auf dem warmen Steinboden, währrend mir eine blaue Rieseneidechse beim Haare kämmen zusieht. Eine leichte Brise raschelt in den Blättern der großen Jacaranda-Bäume, die diesem Ort seinen Namen verliehen.
Ich atme tief durch und versuche, den Moment festzuhalten. Doch da kommt schon Enrico um die Ecke, mit der Nachricht, es gäbe jetzt Frühstück. Auch nicht schlecht.
Zum Frühstücks-Rolex gibt es heißes Wasser mit Zitronengras und Rosmarin, sodass wir uns gegen Mittag gut gestärkt in den Kibale-Forest aufmachen können, der sich vom Fuße des Hügels bis hin zum Horizont erstreckt.

Schon beim durchqueren der Teefelder fällt mir auf, dass Flipflops und kurze Hosen nicht zur afrikatauglichsten Wanderkleidung gehören. Da ich meine Wandersachen in Fort Portal gelassen habe, bleibt mir jedoch keine Wahl, sodass ich bereits am Waldrand übersäht bin mit Kratzern, Schürfungen und fiesen Kletten.
Im Regenwald folgen wir einem kleinen schlammigen Trampelpfad. Vor lauter Grün sieht man die Bäume nicht mehr! Auch wenn man sich an all den exotischen Pflanzen, Lianen und der vielfältigen Insektenfauna kaum satt sehen kann: Man ist leider viel zu sehr damit beschäftigt, auf den Pfad zu achten. Von allen Seiten greifen dornige Ranken nach unseren (teilweise nackten) Füßen; fast fürchtet man, der Dschungel könnte sich den schmalen Weg zurückerobern, sobald man wegschaut...
Bald kreuzen wir einen Elefantenpfad, der offensichtlich noch vor kurzem genutzt wurde. Ein umgestürzter Baum und reichlich Elefantenmist kennzeichnen den Weg der scheuen Tiere.

Die Geräusche der für uns unsichtbaren Frösche, Vögel und Insekten sind so klischeehaft dschungelig, dass es fast lächerlich ist. Eine Sekunde zu lang lasse ich mich davon ablenken: Ein einziger unachtsamer Schritt, schon bin ich knietief in Schlamm und Elefantenshit versunken. Um mich herum gibt es keine Ranken oder Äste, an denen ich mich herausziehen könnte, also warte ich bewegungsunfähig, bis Enrico und Jenni mit Lachen fertig sind.
Mich aus dem Sumpf zu befreien kostet uns mehr Mühe als gedacht, aber schließlich können wir sogar meine Flipflops mit einem lauten Schmatzgeräusch aus dem morastigen Untergrund ziehen.

Den Rest der kleinen Wanderung durch den ugandischen Regenwald lege ich barfuß zurück, da meine schlammigen Schuhe keinerlei Halt mehr bieten. Irgendwie schaffe ich es dann auch tatsächlich zum Gästehaus zurück, mit verdreckter Kleidung, lauter Kratzern an Armen und Beinen, wunden Füßen und den Haaren voller Kletten. Aber bekanntlich kommen ja nur die Harten in den... Wald. Und lediglich die Härtesten kommen auch lebend wieder raus! ;)

Am Abend gibt es Stockbrot! Alle fünf - Enrico, Jenni, William, Cyon und ich - sitzen wir um das große Lagerfeuer; der Rauch brennt etwas in den Augen. Um uns herum nur pechschwarze Nacht; ugandische Sonnenuntergänge sind kurz. Wir lauschen den tausenden unsichtbaren Grillen, die mit der ugandischen Hitparade aus Williams Handy um die Wette zirpen. Ein Nile Special kann mich so gerade eben über den fehlenden Sternenhimmel hinwegtrösten...

Seit gestern Abend bin ich ohne Paul unterwegs. Ich bin auf dem Weg nach Kazunga - irgendwo dort auf einem Hügel, inmitten der riesigen Teeplantagen, soll das Jacaranda Hilltop Guesthouse liegen. Enrico, der dort wohnt und arbeitet, hat mich eingeladen, ein paar Tage dort zu verbringen. Und mir nichts als diese äußert unpräzise Wegbeschreibung hinterlassen.
Also mache ich mich auf den Weg zur Kampala Road in Fort Portal. Aufregend, das erste mal allein durch Afrika! An der Matatu-Station werde ich von 20 Fahrern gleichzeitig förmlich von meinem Boda gezerrt: "Muzungu, Muzungu! Drive with me!"
Etwas eingeschüchtert erkläre ich dem erstbesten Fahrer, dass ich nach Kazunga will, Richtung Kampala. Und noch bevor ich Chapati sagen kann, sitze ich in der hintersten Ecke eines rappelvollen Matatus.
Als sich noch weitere drei Leute zu mir auf die Rückbank gequetscht haben, entscheidet der Conductor, dass wir voll und abfahrbereit sind. 17 Menschen zähle ich aus meiner Ecke heraus. Irgendwo gackert ein Huhn.

Da ich nicht die leiseste Ahnung habe, wo Kazunga liegt und wie es dort aussieht, bitte ich meine Mitreisenden, mir am Zielort Bescheid zu geben. Eine nette ältere Frau versichert mir, ich werde sicher dort ankommen.
Den Rest der Fahrt wird sich angeregt auf Rutooro unterhalten. Ich bin mir sicher, dass sie über mich reden, aber das macht mir nichts aus. Wenn jemand zu mir herüber grinst, grinse ich halt zurück.

Bald schon ist der Urwald, der Fort Portal umgibt, endlosen Teefeldern gewichen. Ich genieße die Fahrt, der Wind weht durch das halb geöffnete Fenster und zersaust meine Haare.
Kazunga liegt eine knappe halbe Matatu-Stunde von Fort Portal entfernt und ist nicht mehr als eine unausgeschilderte Bushaltestelle mit ein paar Lehmhütten am Wegesrand. Ich bezahle den Fahrer des Matatus, verabschiede mich und steige aus. Der Ort ist mir sofort sympatisch, obwohl die Leute mich anstarren, als hätten sie noch nie eine Muzungu gesehen.
"Jacaranda Hilltop Guesthouse, 6 km" steht auf einem Schild. Also bleibt mir nichts anderes übrig, als mich auf einen Stein zu setzen und auf Enrico zu warten.

Sofort bin ich umringt von 5 neugierigen Nasen. So richtig traut sich keins der Kinder, näher zu kommen. Mein Versuch, mich mit den Kindern zu unterhalten, scheitert kläglich; sie sind wohl noch zu jung, um mein Englisch zu verstehen. Also unterhalte ich mich mehr mit mir selbst, erzähle, wo ich herkomme, was ich so mache. Die Leute sollen immerhin einen Grund haben, mich anzustarren ;).
Irgendwann kommt ein alter Mann mit roter Wollmütze dazu und beginnt, mich ununterbrochen auf einer mir komplett unverständlichen Sprache zuzuschwallern. Zwischendurch sagt er ein paar Worte auf Englisch, ich glaube "Money" und "Whiskey" zu verstehen. Ich weiß mir nicht anders zu helfen und schenke dem Mann einen meiner uralten Dollarnoten. Scheinbar außer sich vor Freude bedankt er sich überschwänglich bei mir, und nun ist mir die Situation irgendwie peinlich. Erleichtert sehe ich Enrico auf seinem Piki um die Ecke knattern.

Bis zum Gästehaus ist es ein weiter Weg über die schlammigen Pfade inmitten der Teefelder. Auf halber Strecke halten wir in einem Dorf, um uns mit ein paar Vorräten einzudecken. Enrico ist hier bekannt wie ein Pfingstochse und erledigt die Einkäufe in locker-leichtem Rutooro. Ich stehe dumm daneben und versuche, den neugierigen Leuten zu erklären, wie man meinen Namen ausspricht. "Raffi" ist hier anscheinend ein sauschwieriges Wort. Aber zum Glück habe ich ja meinen Empako...

Der steile Hang hinauf zum Gästehaus verschlägt mir den Atem. Zum einen, weil ich mit Mehl, Bier und anderen Vorräten im Gepäck zu Fuß gehen muss, da Enricos Piki mit dem Gewicht nicht fertig wird. Zum anderen wegen der atemberaubenden Landschaft, die zu beschreiben es eines Poeten bedürfte. Nebelverhängene Hügel, endlose Teeplantagen, Täler mit dichtem Regenwald bis hin zum Horizont, ein paar Sonnenstrahlen auf grasgrünen Matooke-Blättern...
Insgeheim küre ich das kleine Gästehaus, dass über dieser Landschaft tront, zum schönsten Ort der Welt. Dieser Ausblick allein ist die weite Reise nach Afrika wert.

Jeder Versuch, das Gefühl zu beschreiben, als ich das erste mal auf der kleinen Bambusveranda stehe und den Blick ins Tal schweifen lasse, wäre zur Lächerlichkeit verurteilt. Daher versuche ich es mal so auszudrücken: Es gibt hier kein fließend Wasser, Strom nur gelegentlich. Geschlafen wird in winzigen Zimmern unter löchrigem Wellblechdach, die man sich mit allerlei Kriechgetier teilen muss. Das Klo ist ein Loch im Boden im hinteren Teil des Gartens; zum Waschen und Trinken wird Regenwasser benutzt. Gekocht wird über offenem Feuer in der rußgeschwärzten Kochnische. Gegessen wird, was hier wächst oder man in den umliegenden Dörfern kaufen kann.
Doch all dieser fehlende Luxus verfliegt in die Egalität, sobald man Auge und Geist über die Hügel von Kazunga schweifen lässt und das Spiel aus Licht und Schatten beobachtet, das die Wolken auf die endlosen Teefelder zaubern...

Ich dränge darauf, noch mehr zu sehen, also machen wir am späten Nachmittag zusammen mit der neuen Freiwilligen Jennifer, die ebenfalls hier untergebracht ist, einen Spaziergang zum nächstgelegenen Dorf. Zwei Reihen wellblechbedachte Häuser, in der Mitte eine Feuerstelle - das ist schon alles. Auch hier werden wir angestarrt, aber niemand ist unfreundlich. Als es anfängt, wie aus Eimern zu regnen, gesellen wir uns zu den Locals unter eines der Vordächer. Dort schlürfen wir unser Soda, währrend der Regen so langsam den roten Staub der Straße aufschwemmt. Die Wassermassen laufen in äquidistanten Rinnsalen von dem Wellblechdach herab, sodass sich ein fluider Vorhang vor unseren Nasen bildet.

Überrascht wird man vom Regen hier übrigens eher selten. Teilweise kann man schon Stunden vorher die Regenschwaden über das weitläufige Tal ziehen sehen oder das Grollen der nahenden Gewitter hören.

Als wir zum Gästehaus und den Jacarandabäumen, die es umgeben und ihm seinen Namen verleihen, zurückkehren, ist natürlich der Strom ausgefallen - wie immer, wenn es regnet. Zum Kochen wird hier jedoch kein Strom benötigt, also bereiten William und Cyon, die beiden Locals, die hier wohnen und arbeiten, ein köstliches Abendessen zu: Es gibt Kasawa, eine Art gekochte Wurzel (glaube ich), Matooke, fried Cabbage und Pilzsauce. Da zur Zeit keine Gäste hier wohnen, genießen wir alle fünf unser Dinner und Tütenschnaps im gemütlichen Esszimmer des Gästehauses - bei Kerzenschein.

Der botanische Garten von Fort Portal ist riesig! Unser Guide Stephen führt Paul und mich für gute zwei Stunden durch das grüne Labyrinth. Mit Wanderstöcken ausgestattet, laufen wir durch den Heilpflanzengarten (wo übrigens 90% der Pflanzen angeblich Potenzprobleme heilen), durchs weitläufige Arboretum mit den riesigen Eukalyptusbäumen, die so dick sind, dass man sie zu zweit nicht umfassen kann; durch den Blumengarten, wo Paul sogar der eine oder andere Schmetterling und Sunbird vor die Linse fliegt. Die Farbenvielfalt hier ist überwältigend. Alles hier ist bunter, sodass man fast meinen könnte, bislang alles durch einen Nebelschleier betrachtet zu haben.
Im Gemüsegarten tritt Paul in einen Ameisenhügel, was irgendwie schon ziemlich witzig ist.

Wir bedanken uns bei Stephen mit einem kleinen Trinkgeld und einem Eintrag im Gästebuch, und machen uns gegen Nachmittag auf den Heimweg.

Im Kagote, dem Haus der Freiwilligen, treffen wir auf den Hund Murmel und Enrico. Zeit für das erste Bier!
Am Abend begrüßen wir drei neue Freiwillige, die das nächste Jahr in Fort Portals Umgebung leben und arbeiten werden. Frisch aus Kampala eingetroffen, steht ihnen der Kulturschock ins Gesicht geschrieben. Als "alte Hasen" können Paul und ich die Neuankömmlinge etwas beruhigen. Schließlich lässt es sich in Fort Portal absolut aushalten.

  • Glossar Eintrag #7     Kleine ugandische Heilpflanzenkunde

So gut wie jede Pflanze hat in Uganda irgendeine heilende Wirkung, die stark davon abhängt, wen man fragt und an welchen Leiden und Wehwehchen man gerade zu knacken hat. Die tatsächliche Heilkraft der meisten Gewächse ist dabei allerdings äußerst zweifelhaft.
Auf unseren Reisen durch das Land haben wir diverse Wunderblümchen kennengelernt. Manche helfen gegen Erkältung, andere gegen Kopfschmerzen, wieder andere wirken Wunder, wenn man vom Blitz getroffen wurde, und eine heilt sogar Vegetarismus. Die meisten Pflänzchen jedoch - wer hätte das gedacht - sind potenzfördernd oder erhöhen die Fruchtbarkeit. Klar.

Um fair zu bleiben: Es gibt auch Heilpflanzen, deren Wirkung tatsächlich wissenschaftlich bestätigt worden ist. Eine davon ist die Artemisia. Getrocknet und als Tee zu sich genommen, bietet sie einen recht wirksamen Schutz vor Malaria. Der einzige Nachteil: Man muss dafür am Tag mehrere Liter von dem absolut ungenießbaren Gebräu schlucken...

Unten links zu sehen ist eine getrocknete Vertreterin der Gattung Okaranga. Den Namen hat Olli sich ausgedacht, weil leider niemand wusste, wie das Gestrüpp mit den kleinen weißen Blüten wirklich heißt. Wirkt wahre Wunder bei verstopfter Nase!

Als ich aufwache, ist mir speiübel.
Kein Wunder, da wir uns am Abend zuvor in einem Anflug von YOLO die Zähne mit Leitungswasser statt mit Mineralwasser aus den versiegelten Flaschen geputzt haben.
Zum Glück stellt sich das ganze nicht als fiese Infektion heraus, sodass ich gegen nachmittag bereits wieder einigermaßen fit bin. Nach einer disaströsen Kniffelrunde mit Allan fahre ich zusammen mit Kathi ins Tooro Baby's Home - das Kinderheim, in dem Maria und Kathi arbeiten. Paul und Maria erwarten uns dort bereits.

Die große, am Hang gelegene Anlage bietet ein Zuhause für etwa 50 Kinder, die meisten im Baby- und Kleinkindalter. Begeistert kommen die Kinder auf uns zugerannt, als wir durch das große weiß gestrichene Eingangstor treten.
Die Kinder hier leben in einfachsten Verhältnissen. Jedes von ihnen hat ein Kinderbettchen in einem der großen Schlafräume, außerdem eine Schublade mit seinem Namen darauf, in der sich Kleiderspenden befinden - mehr besitzen diese Kinder nicht. Zu Essen gibt es Posho und manchmal Matooke - tagein, tagaus.

Dementsprechende Stürme der Begeisterung lösen die Gummibärchen und Seifenblasen aus, die wir mitgebracht haben. Sogar die leeren Haribo-Tüten scheinen die Unterhaltung der Kinder für den Rest des Tages sicherzustellen.

  • Glossar Eintrag #6     Empakos

Empakos - oder pet names - werden traditionell allen Batooro-Kindern verliehen, also allen Mitgliedern des Stammes der Tooro, deren Hauptstadt Fort Portal ist. Die Empakos werden anhand des Charakters des Kindes ausgewählt. Sie haben generell eine höhere Bedeutung als normale pet names, sind also nicht wirklich mit den bei uns üblichen Spitznamen vergleichbar.
Insgesamt gibt es zwölf verschiedene Empakos. Früher gab es geschlechterspezifische für Männer und Frauen; heute sind die meisten der Namen unisex, ein paar sind speziell für Männer. Der zwölfte - Ocaali - ist, glaube ich, für den König reserviert.

Auch ein Fremder kann von einem Einheimischen - einem Mutooro - einen Empako erhalten. Die Bedeutung einiger Empakos ist weiter unten zu finden (leider habe ich bis heute nicht alle zwölf Namen und deren Bedeutung herausgefunden). Die Schreibweise der Namen varriert dabei erheblich. Eigentlich genau wie bei allen Rutooro-Wörtern, die ich bis jetzt kennengelernt habe.
Wer noch keinen Namen erhalten hat oder der Meinung ist, der verliehene Name passt nicht so recht, kann ihn, ganz liberal, auch selber wählen.

Männernamen:
Apuuli - "Welpe"
Araali - "Blitz"/ "Donner"
Atenyi - "Freund des Königs"
Atwooki
Ocaali

Unisex:
Abooki
Abwooli - "Katze" (?)
Akiiki
Amooti - "König"
Bhala

Mitten in der Nacht wache ich auf, geweckt von Pauls Schnarchen aus der anderen Ecke des Zimmers. Abgesehen davon ist es in Fort Portal nachts erstaunlich still, nur das typische Zirpen der Grillen ist zu hören. Ab und zu schreit ein exotischer Vogel. Ich lausche der Natur eine Weile.
Irgendwo in der Stadt fängt ein Muezzin an, ein Gebet zu singen. Die hohen Hänge der nahegelegenen Mondberge verleihen der Stimme einen gespenstischen Hall...

Da wir es am Abend zuvor etwas übertrieben haben, lassen wir es heute ruhig angehen. Erst gegen Mittag treibt uns der Hunger auf Fort Portals Markt.
Auf dem schlammigen Boden inmitten der Marktstände stehen ein paar Plastikmöbel unter einem fleckigen Sonnenschirm - ein Local Restaurant. Man serviert uns für ein paar Schillinge Chapati mit G-Nut-Sauce.
Gesättigt sehen wir uns den Rest des Marktes an. Belebt, ja; aber kein Vergleich zu dem riesigen Owino-Market in Kampala. Auch die Menschen hier sind deutlich freundlicher; niemand zieht mir agressiv an Händen oder Haaren.
Plötzlich treffen wir auf einen Marabu. Die riesigen Vögel kennen wir bereits aus Kampala, doch so nah sind wir bis jetzt noch keinem Exemplar gekommen. Fasziniert beobachten wir das einigermaßen hässliche Tier, bis uns auffällt, dass um uns herum noch dutzende weitere Tiere über die Wellblechdächer der Marktstände stolzieren. Anscheinend gehören die Marabus hier genauso zum Marktleben wie bei uns die Tauben.

Auf dem Rückweg beschließen wir, uns bei einer Zuckerrohr-Plantage Nachtisch zu organisieren. Ein schmaler schlammiger Trampelpfad führt uns in einen von hohen Matooke-Pflanzen umgebenen Hof, wo zwei Frauen laut schwätzend Bohnen sortieren. Hühner und Entenküken umwuseln unsere Füße; aus einer der kleinen Lehmhäuser lukt neugierig ein Kind hervor. Wir grüßen freundlich und erklären unser Anliegen, worauf eine der beiden Frauen zwei meterlange Zuckerrohrstangen herbeiholt. Nein nein, wir wollen nur ein kleines Stück probieren, versuchen wir ihr klarzumachen. Sie sagt etwas auf Rutooro, dem Dialekt dieser Gegend. Fragend schauen wir uns an, die beiden Frauen fangen an zu lachen. Wir lassen ihnen den Spaß und spielen eine Weile weiter die ahnungslosen Touristen, zwangsläufig.
Schließlich reichen uns die sichtlich belustigten, aber sehr freundlichen Frauen zwei kleine Stücke Zuckerrohr. 200 Schillinge soll unser Nachtisch kosten; das sind in etwa 5 Cent. Einen 1000er können sie nicht wechseln, doch "Kleingeld" haben wir nicht. Das wäre nicht schlimm, meint eine von ihnen, wir könnten später wiederkommen und bezahlen, sie freuten sich auf unseren Besuch.
Im Paradise wollen wir unseren 1000er wechseln. Charles von der Rezeption grinst uns nur an und schenkt uns die 200 Schillinge.
Wenig später sitzen wir auf einer Wiese, zufrieden Zuckerrohr kauend und ermutigt durch die positiven Erfahrungen mit den freundlichen Einheimischen.

Den Abend verbringen wir in dem Haus, das Maria mit 4 weiteren Freiwilligen bewohnt: Kathi, Sonja, Olli und der Local Allan, die wir allesamt bereits im Dutchess kennengelernt haben. Das Haus ist spartanisch, aber gemütlich eingerichtet. Sogar warmes Wasser gibt es. Der Garten ist von einer hohen Mauer mit Stacheldraht umgeben, wie die meisten Häuser hier. Der Guard des Hauses und der Wachhund Murmel leben ebenfalls innerhalb dieser Mauern.
Wir sitzen auf der Veranda, trinken Nile Special und Tütenschnaps. Gemeinsam lauschen wir dem allabendlichen Regenschauer, währrend Murmel schwanzwedelnd zwischen unseren Füßen herumwuselt.

  • Glossar Eintrag #5     Cheers!

Eine wichtige Frage, die Paul und ich uns weit vor der Abreise aus Deuschland gestellt haben: Wie ist das Bier in Uganda?

Tatsächlich gibt es hier gutes und weniger gutes Bier, genau wie in Deutschland. Richtig schlechte Schädelplörre direkt aus dem Magen der Natur hab ich hier allerdings nirgendwo vorgesetzt bekommen. Bier ist jedoch relativ teuer, weshalb Tütenschnaps hier relativ beliebt ist. Ja genau, Tütenschnaps. Das Zeug schmeckt absolut widerlich, besteht aus Alkohol, permitted food flavours und aus der Verpackung herausdiffundierten Weichmachern. Sowohl das Ertragen des Geschmacks als auch der Trinkvorgang selber erfordern einiger Übung; an Gläser gewöhnte westliche Touristen sauen sich beim ersten Tütenschnaps gnadenlos ein.

Kaufen kann man diese Tüten ab 500 UGX, das sind umgerechnet nichtmal 15 Cent. Bei einem Inhalt von 100 ml und einem Alkoholgehalt von mindestens 40% tun die kleinen Plastikdrinks auch recht schnell ihre Wirkung...

Zu erwähnen wäre da auch noch der Uganda-Waragi. Zu Kolonialzeiten tauften die Engländer ihren Gin aufgrund des bescheidenen Geschmacks liebevoll "War-Gin", wovon sich der Name ableitet. Der Geschmack hat sich seit damals jedoch deutlich gebessert, vermute ich mal.

Fort Portal scheint sicherer als Kampala, ist weniger belebt und weiträumiger. Hier hat man nicht das Gefühl, dauernd um Leib und Habseligkeiten fürchten zu müssen. Gänzlich entspannen können wir aber erst, als wir im Paradise Guesthouse auf unsere Betten plumpsen.
Das Paradise ist ein freundlicher kleiner Ort. Das Personal ist herzlich und zuvorkommend. Für ca. 10 € pro Nacht bewohnen wir eines der luxuriösten Zimmer des Gästehauses: Ein ca. 9 m2 großer Raum mit Fenster (durchaus nicht selbstverständlich), einem Himmelbett mit Mückennetz und sogar einem alten Fernseher (den wir höchstens an sehr verregneten Tagen gebraucht hätten, an denen es aber leider keinen Strom gibt). Einen Schrank gibt es nicht, dafür aber ein eigenes kleines Bad.
Der winzige Waschraum ist gefließt (ebenfalls nicht selbstverständlich) und hat sogar eine Dusche. "Dusche" bedeutet hier einfach nur, dass Wasser von oben kommt und man es sich nicht selber mit einem Eimer über den Kopf schütten muss. Warmes Wasser? Fehlanzeige, mehr im Glossareintrag Plumpsklo und Kübeldusche.
Bis jetzt sind wir die einzigen Gäste hier. Wie sehr wir dem Personal am Herzen liegen, merken wir, als die kaputte Klospülung und das Waschbecken bereits noch am selben Abend für uns repariert werden.

An unserem ersten Abend hier in Fort Portal gehen wir mit Maria und den anderen Freiwilligen im Dutchess Pizza essen - so will es die Tradition. Eine lustige Truppe; jeder einzelne hat gruselige und lustige Geschichten aus seinem Leben hier in Uganda zu erzählen. Der Erfahrungsschatz, den ein solches Freiwilligenjahr in Afrika anscheinend zu bieten hat, macht mich etwas neidisch.
Nachdem die (ziemlich gute) Pizza verdrückt ist, gehen die meisten nach Hause, schließlich ist morgen ein ganz "normaler" Arbeitstag für die Freiwilligen.

Paul und ich lassen uns jedoch von Olli und Enrico zu einer kleinen Kneipentour durch Fort Portal "überreden". Erste Station ist das Glue Pot (von Paul und mir fortlaufend "gnuplot" genannt, Erklärungen spare ich mir), eine kleine Bambusbar mit bunten Lichterketten. Die anwesende Gesellschaft besteht in der Hauptsache aus Locals, die sich aber von uns nicht stören lassen; scheinbar ist man hier an Muzungus gewöhnt. Nach drei Nile Special und ein paar Billiard-Runden, die ich gegen die Jungs allesamt verliere, ziehen wir weiter in eine Local Disco.

Die Menschen im Africana sind uns gegenüber aufgeschlossener (und wahrscheinlich auch betrunkener), ein paar von ihnen geben uns sogar Drinks aus. Die Musik kennen wir bereits von den letzten Tagen; Ollis und Enricos Erklärung nach gibt es hier nur etwa 25 Lieder, die abwechselnd mit westlicher 90er Mucke à la DJ Bobo oder Venga Boys rauf und runter gespielt werden (in den nächsten Tagen fanden wir diese Schilderung durchaus bestätigt).
Außer dem von der Discokugel reflektieren bunten Licht ist der Club kaum beleuchtet; die Menschen tanzen ausgelassen, ich bezahle den ganzen Abend keinen Schilling für meine Getränke, und das alles unter freiem Himmel!

Gegen halb 3 Uhr nachts fallen wir in unsere Betten. Fort Portal ist also absolut partytauglich! Dabei hatte ich mit einem Monat der Ruhe und Abstinenz gerechnet. Tja, schade.

  • Glossar Eintrag #4     Plumpsklo und Kübeldusche

Der sprich- und wortwörtlich eiskalte Kulturschock, den ich bereits vorher erwähnt hatte, trifft uns Europäter im Bereich Sanitärtechnik besonders hart. Wer westlichen Standard will, der muss richtig blechen - den gibt es nämlich nur in den Luxus-Lodges. Mal abgesehen davon, dass Paul und ich uns sowas natürlich nicht leisten können, raten wir aber auch jedem davon ab. Zum einen, weil man sich ohnehin sehr schnell umgewöhnt; zum anderen, weil Afrika auf Augenhöhe viel spannender ist.

Richtige Duschen oder gar Badewannen hier eher unüblich. In den meisten Gästehäusern gibt es zwar welche, aber vor allem in den ländlichen Gegenden greifen die meisten Menschen auf die gute alte Regenwasser-"Kübeldusche" zurück. Wer warmes Wasser zum Duschen haben will, der muss es sich halt vorher selber kochen.

Mit Toiletten verhält es sich ähnlich - auf dem Land Fehlanzeige. Das Plumpsklo befindet sich hinten im Garten; ein kleines Lehmhüttchen mit einem Loch im Boden, nichts weiter. Aber auch daran gewöhnt man sich schnell. Man sollte nur nachts um 3 die Taschenlampe nicht vergessen...
Apropos. Die mutigen unter euch sollten mal in ein Plumpsklo reinleuchten - ist lustig was sich da unten alles bewegt. Tipp: Lampe oder Handy nicht fallen lassen, auch wenn sich der Vibrationsalarm aus 20 m Tiefe ziemlich ulkig anhört.

Von Waschmaschinen hat hier übrigens auch noch niemand was gehört. Hier wird von Hand gewaschen, mit Regenwasser und Kernseife.

Für manche von euch mag das vielleicht alles sehr schockierend klingen - aber ich kann euch versichern: Ich habe in Uganda ein Fleckchen Erde gefunden, wo es weder Dusche noch Toilette noch fließend Wasser und meist auch kein Strom gibt. Alle diese Dinge würde ich jederzeit eintauschen, um nochmal dorthin zu können...
Das Plumpsklo und die Kübeldusche, die ihr auf den Bildern sehen könnt, gehören übrigens zu eben diesem Ort, dem Jacaranda Hilltop Guesthouse in Kazunga.

Gerade als ich anfange, mich an Kampala zu gewöhnen, steht die Weiterreise nach Fort Portal an. Die Stadt liegt ca. 200 km von Kampala entfernt - in Uganda eine Fahrt von 5 bis 7 Stunden. Diese Strecke kann im Matatu zurückgelegt werden, doch wer es sich leisten kann, nimmt den Bus.

Mit Gepäck im Schlepptau ist Kampala wirklich alles andere als entspannt. Selbst im Taxi musst du ständig darum fürchten, jemand könnte im stockenden Verkehr den Kofferraum aufreißen und dich deiner gesamten Habseligkeiten entledigen, sodass du den Rest des Monats dieselbe Unterhose tragen musst...
Irgendwie schaffen wir es jedoch zum Buspark, ohne ausgeraubt zu werden. Maria handelt mit einem der Fahrer einen Preis für die Fahrt aus, währrend Paul und ich versuchen, die dutzenden umstehenden Einheimischen abzuwimmeln, die uns beim (weg)Tragen unserer Gepäckstücke helfen wollen.

Busfahrten laufen in Uganda etwas anders ab als in Deutschland. In den ugandischen Reisebussen sind nicht 4, sondern 5 Sitze nebeneinander in einer Reihe, auf die sich bis zu 7 Menschen quetschen. Einige stehen die gesamte Fahrt über im Gang oder sitzen auf dem Fußboden.
Wir haben Glück und ergattern 3 halbe Sitzplätze in der letzten Reihe; und sobald der Fahrer die letzte Schraube des gerade gewechselten Rades wieder angezogen hat, geht die Fahrt auch schon los.
Bald haben wir die chaotischen Straßen Kampalas verlassen, und es bietet sich uns ein Anblick auf eine afrikanische Landschaft, wie sie im Bilderbuch steht. Vorbei geht es an Feldern, Matooke-Plantagen, Urwald und kleinen Dörfern, in denen ab und zu ein neuer Passagier an Bord kommt. Doch die schaukelige Fahrt über die unasphaltierten Straßen und das monotone Gerede des Predigers, der seit Fahrtbeginn im Gang steht und lauthals das Wort Gottes verkündet, machen uns bald schläfrig...

Nach einer kurzen Pause auf halber Strecke wird der Prediger durch den Bordfernseher abgelöst. Das Wort Gottes kommt nun aus den Lautsprechern.
Wir sind die einzigen Muzungus im Bus. Ab und zu schaut ein Kind neugierig über eine Sitzlehne und winkt uns zu.

Nach guten 5 Stunden und ohne Autopanne (laut Maria ein echter Glücksfall) erreichen wir die ersten Ausläufer von Fort Portal. Die Matooke- Plantagen sind Teefeldern gewichen; insgesamt ist die Landschaft hier grüner und üppiger. Einige Paviane schauen uns gelangweilt vom Wegesrand hinterher.

Der Owino ist der größte der Local-Markets in Kampala und nicht weniger ehrfuchtgebietend als die Gaddafi-owino - jedoch auf gänzlich andere Weise. Selten habe ich so viele Menschen auf einem Haufen gesehen. Die meisten rufen und schreien durcheinander, lautstark wird um die Waren gefeilscht. Manche sitzen auf Kartoffelsäcken und essen, andere halten auf gestapelten Waren ein Nickerchen, wieder andere reden wild gestikulierend auf uns ein.
Immer tiefer dringen wir in den riesigen Markt vor. Hier stehen die Marktstände so dicht, dass kaum zwei Menschen nebeneinander Platz haben. Alles ist mit bunten Tüchern behängt, sodass man den Himmel nicht sehen kann. Ab und zu erreicht ein Sonnenstrahl den schlammigen Boden und macht die Staubpartikel in der Luft sichtbar. Hier unten ist es heiß und stickig; alle Geräusche klingen gedämpft, wie in einem Pillow Fort. Nichts für Leute mit Platzangst.
Es ist hier noch schlimmer als auf offener Straße. Jeder zweite greift nach meinen Armen oder Haaren, mehrmals muss ich mich gewaltsam losreißen. Viele starren oder machen Fotos mit ihren Handys. Selbst fotografiert werden will keiner von ihnen, worauf man uns lautstark hinweißt, als Paul die Szenerie mit seiner Kamera festhalten will.

Bald erreichen wir eine weniger belebte Ecke des Owino: Den Food-Market. Wir entschließen uns, hier einige lokale Speisen zu uns zu nehmen. Wir setzen uns an einen langen Holztisch zwischen die Einheimischen, die uns zu meinem Erstaunen sehr freundlich an ihrer Tafel dulden. Einer von ihnen spricht uns sogar an, will wissen, wo wir herkommen, erzählt uns, dass er selbst einmal nach Deutschland gereist ist, und empfiehlt uns einige der lokalen Köstlichkeiten. Maria bestellt für jeden von uns unterschiedliche einheimische Gerichte, sodass wir alles vom jeweils anderen probieren können.

Wenig später bringt man uns drei riesige Teller - auf jedem ist exakt die gleiche Mischung aus Matooke, Posho, Reis und Bohnen. Viel macht uns dieser klitzekleine Fehler nicht aus, denn die Aufregung hat uns hungrig gemacht.

Der Hindu-Tempel von Kampala ragt mitten in der Stadt zwischen den Häusern empor. Hunderte Tauben sitzen auf den Zinnen, die in typischer Bauweise aus gelbem Sandstein aufgetürmt sind. Nach der Aufregung auf dem Owino-Market bin ich froh, in diese Oase der Ruhe einzutreten. Namasté!

Auch hier legen wir am Eingang unsere Schuhe ab. Drinnen wird gerade ein Gottesdienst vorbereitet, aber man lässt sich von unserer Anwesenheit nicht stören. Der Gebetsraum ist hell, freundlich und bunt, jedoch nicht annähernd so groß wie der in der Gaddafi-Moschee. Die Hindus bilden eine noch kleinere Minderheit in der ugandischen Gesellschaft als die Muslime; die meisten Menschen hier sind Christen.
An der Stirnseite des großen Raumes finden wir einen kleineren Raum vor, vielleicht so etwas wie das Allerheiligste in der Kirche? Jedenfalls trauen wir uns nicht, hinein zu gehen. Der Raum ist geschmückt mit allerlei Pflanzen und Bildnissen von Gottheiten; Obst hängt von der Decke. Eine Art Opfergabe? Es ist immer wieder unglaublich, wie wenig Plan man doch von fremden Reliogenen hat...

In einer Ecke des großen Gebetsraumes finden Paul und ich eine kleine Anordnung von Instrumenten inklusive einer 5000-Watt Bass Machine. Sichtlich erheitert, ernten wir böse Blicke von den eifrigen Gottesdienstlern, woraufhin wir uns still in den Außenbereich des Tempels verziehen.

Von hier aus kann man den gegenüberliegenden Sikh-Tempel sehen (Bild oben), was wir am Khanda-Symbol auf einer der Flaggen erkennen. (Wer hat nochmal keine Ahnung von fremden Religionen? Hm?)

  • Glossar Eintrag #3     Local Cuisine - Kleine ugandische Food-Fibel

Das ugandische Localfood besteht in der Hauptsache aus Kohlenhydraten und übertrifft das deutsche Mensaessen um Längen - zumindest in der Kategorie Geschmacksneutralität. Siehe dazu auch den Eintrag über Royco.
Hier gibt es eine kleine Übersicht der ugandischen Gerichte, die wir am häufigsten zu uns genommen haben:

Kochbananen - oder Matooke - wachsen hier wirklich überall. Ihnen ist sogar ein Geldschein gewidmet, nämlich die 10.000 UGX-Note. Die Kochbananen sind ein absolutes Grundnahrungsmittel hier; meistens werden sie unreif gekocht und zu einem gelben Brei zerstampft, der kein bisschen nach Banane schmeckt, sondern eher nach Kartoffelbrei. Ich hab gehört, dass die Früchte sogar ein bisschen süß schmecken sollen, wenn man sie reif werden lässt...

Posho ist eine weiße, feste Masse, die aus Maismehl hergestellt wird. Das Zeug ist ziemlich geschmacksneutral, macht dafür aber pappsatt. Für viele Menschen hier ist es neben Matooke das "täglich Brot". Kalo ist der gleiche Matsch wie Poshu, nur braun und aus Hirse. Meiner Meinung nach die leckerere Variante.

Ein Chapati ist eine Art indischer Pfannkuchen, der aus nichts weiter besteht als Mehl, Wasser und Salz. Man könnte Chapatis mit so vielen leckeren Dingen wie z.B. Nutella oder Schinken kombinieren! Hier in Uganda kriegt man jedoch meistens nur n Klecks Poshu.

G-Nuts, oder auch Erdnüsse (G von "Groundnuts"). Daraus wird hier die berühmte G-Nut-Sauce hergestellt, eine rosa Pampe, die ziemlich gut zu fast allem schmeckt, wenn man sich daran gewöhnt hat.

Unser absolutes Lieblingsessen hier: Rolex! Es ist etwas aufwändiger in der Herstellung als die bereits erwähnten Gerichte und wird hier an jeder Straßenecke auf kleinen schwarzen Öfen hergestellt und verkauft. Man nehme: Zwei Eier und ein bisschen Gemüse (meist Tomaten und Karotten) und stelle daraus ein Omelett her. Dies wickle man zusammen mit "seperatly fried Cabbage" in ein Chapati ein - Fertig ist das Rolex, dass man hier in Uganda nicht um den Arm, sondern im Bauch trägt. Diese ziemlich fettige Angelegenheit schmeckt zum Frühstück am besten, ist aber auch als Snack zwischendurch absolut zu empfehlen, vor allem bei einem Preis von umgerechnet 60 cent. Der Name Rolex kommt übrigens von "Rolled Eggs".

Meatsticks sind nichts anderes als Fleischspieße, die an der Roadside über offenem Feuer oder auf kleinen Grills gegart und verkauft werden. Superlecker; man muss jedoch aufpassen, wo man isst. Das Risiko, hinterher auf Fleisch mit Schuhsohlenkonsistens herumzukauen oder gar Bushmeat angedreht zu bekommen, ist recht hoch.

Käse- oder Milchprodukte gibt es kaum, und wenn dann nur in den teuren Restaurants und Hotels. Das liegt schlicht und ergreifend daran, dass hier fast niemand einen Kühlschrank hat, zumindest keinen mit ausreichender Stromversorgung.

As-salamu alaikum - Wa-alaikum us-salam!

Die Moschee von Kampala ist auf einem der sieben Hügel der Stadt gelegen, sodass man von hier aus einen guten Überblick hat. Auf dem großen Platz vor den breiten treppen aus weißem Stein, die zur Moschee hinauf führen, sind bunte Buden und Stände mit Andenken aufgebaut. Man führt mich und Maria hinter eine dieser Buden, wo wir "transformed" werden sollen - unverschleiert ist es uns nicht erlaubt, das Gotteshaus zu betreten. Eine nette junge Ungaderin wickelt uns in lange bunte Tücher ein, bis nur noch das Gesicht zu sehen ist.
Nach einigen bösen Blicken in Pauls Richtung ist ihm das Lachen angesichts unserer Aufmachung in ein debiles Grinsen übergegangen, und unser Guide bittet uns höflich, ihm zu folgen. Am Fuße der Treppen legen wir unsere Schuhe ab; der warme Sandstein fühlt sich barfuß ohnehin viel besser an. Nicht so gut jedoch wie der flauschige Teppich, den wir kurz darauf betreten.

Damit ausgelegt ist der gesamte Innenraum der riesiegen Moschee; einer der hellsten und freundlichsten Räume, die ich je betreten habe. Man setzt uns in eine Ecke nahe der großen, zweiflügligen Eingangstür unter dem Fenster aus buntem Glas. Hier werden wir Zeugen einer muslimischen Hochzeit, die in einigen Metern Entfernung abgehalten wird. Unser Guide, ein netter alter Mann, erklärt uns die Prozedur.

Eine gefühlte Ewigkeit sitzen wir dort in unserer Ecke und lauschen den Worten des alten Gläubigen, der uns die Bedeutung der Moschee für die Stadt und ihre Menschen erklärt. Dies hier sei nicht nur ein Haus Gottes, sagt er, es sei ein Ort der Zusammenkunft, des Trostes und der Geborgenheit. Und tatsächlich, eine gewisse Magie geht aus von diesem Ort; man vergisst für eine kurze Zeit das hektische Treiben auf den Straßen Kampalas, wenn man unter den kunstvoll verzierten Bögen und Säulen herschreitet...

Die Realität hat uns wieder, als wir die 3,25 · 1019 Stufen des Minaretts erklimmen, doch unsere Mühe wird belohnt: Ein Panoramablick über die Hauptstadt Ugandas, die von hier oben wunderbar grün und freundlich aussieht. Ein bisschen fühle ich mich an Rom erinnert, als ich die sieben Hügel der Stadt zähle.

In Kampala angekommen fällt einem eines sofort auf: Der chaotische Straßenverkehr. PKWs, Lieferwagen, Taxen, Matatus, Boda-Bodas, Fußgänger und Lastenträger laufen, fahren, rollen und schieben durcheinander, dass dem deutschen Verkehrsteilnehmer Hören und Sehen vergeht. Und als wäre das alles nicht schon verwirrend genug: In Uganda herrscht Linksverkehr.

Fun-Fact: Das "Herz" Kampalas ist ein riesiger - haltet euch fest - Taxistand. Ebendort steigen wir aus unserem Matatu, und geraten hinein in einen absoluten Alptraum.

Mein erster Eindruck von Ugandas Hauptstadt: Die schrecklichste, dreckigste, unfreundlichste Stadt der Welt!
Allein der Weg vom Matatu zum Hotel ist für mich der reinste Höllentrip. Neben Maria, die sich zielstrebig und geschickt über die kaputten Straßen und durch die Menschenmassen hindurch manövriert, müssen Paul und ich aussehen wie verschreckte, grobmotorische Kleinkinder. "Taschen gut festhalten!"

Der Tipp kommt keinen Augenblick zu früh. Also klammern wir uns krampfhaft an unsere Rucksäcke in dem verzweifelten Versuch, Maria bloß nicht aus den Augen zu verlieren. Geduckt quetschen wir uns durch die Menge. Immer wieder müssen wir mit einem großen Satz über eines der metertiefen Löcher im bröckeligen Gehweg springen; dabei werden wir begafft von hunderten Einheimischen. Viele begnügen sich mit einem "Hello Muzungu!" oder einem "How are you?", manche greifen nach meinen Armen oder gar meinen Haaren. Ich stiere gerade aus und versuche, möglichst schnell hinter Paul und Maria herzustolpern. Bloß weg von diesem Ort!

Endlich im Hotel angekommen falle ich erschöpft auf mein Bett. Wo bin ich hier gelandet?
Ich schätze, man muss die Dynamik dieser Stadt erst lernen, sich an die Menschen gewöhnen und erkennen, wie man sich durch Kampalas Straßen bewegen muss, bevor man sich nicht mehr gänzlich wie ein Fremdkörper in einem Organismus vorkommt, der mit aller Gewalt ausgestoßen werden muss...

Nachdem der erste Schock überstanden ist, macht mir auch der Zustand des Hotelzimmers nichts mehr aus. Am liebsten den Rest des Aufenthalts hier in diesem Zimmer bleiben, denke ich mir, mit den muffigen Betten und schmandigen Vorhängen, wo der Putz von den fleckigen Wänden abbröckelt und braunes Wasser aus dem Hahn tropft. Bloß nicht wieder auf die Straße!

Doch daraus wird leider nichts, da unser Gepäck ins falsche Hotel geliefert wurde. Also wieder zurück durch die Häuserschlucht, am bewaffneten Guard vorbei und auf die Straße, wo direkt der nächste Schock auf mich wartet: Maria hat drei Boda-Boda-Fahrer angeheuert, die uns zu besagtem Hotel bringen sollen. "Keine zehn ugandischen Zebras kriegen mich auf eins dieser Selbstmordmofas", ist der Gedanke, der mir durch den Kopf schießt, doch es fehlt die Zeit, um zu protestieren. Schon sitze ich hinter dem dürren Fahrer mit der roten Wollmütze auf dem klapprigen Motorrad-Taxi - und los geht die Fahrt meines Lebens! Schon nach 10 Metern ist die Angst verflogen, der schockstarre Ausdruck auf meinem Gesicht ist einem breiten Grinsen gewichen.

Den Spaß einer ersten Boda-Boda-Fahrt durch Kampala - das muss man einfach selbst erlebt haben! Geschickt manövriert der Fahrer zwischen den Massen hindurch, vorbei an den teilweise meterbreiten Schlaglöchern; über Kreuzungen, an denen hunderte kleine und große Fahrzeuge wild durcheinander fahren. Der Verkehr lässt keine Systematik erkennen, und doch achtet hier jeder irgendwie auf den anderen, sodass der Empfehlungswert einer roten Ampel konsequent ignoriert werden kann. Wer am lautesten hupt, hat Vorfahrt.
Die Geschwindigkeit varriert zwischen 0 und 60 km/h. Schnell lernt man, dem Fahrer einfach zu vertrauen und nicht mehr auf die chaotischen Straßen zu achten, sondern stattdessen das wuselige Kampala und den Fahrtwind in den Haaren zu genießen. Zwischendurch muss ich mich beherrschen, nicht laut aufzulachen. Der Fahrer grinst mir amüsiert über den Seitenspiegel zu und gibt noch mehr Gas.

Mit einem breiten Grinsen vom Backbord- bis zum Steuerbordohr steige ich, am Ziel angelangt, von meinem Boda. Kampala ist für mich gerettet!

  • Glossar Eintrag #2     Muzungus

"Hey, Muzungu!"

Das ist die Wortkombination, die mir in Uganda am häufigsten zu Ohren gekommen ist. Als Muzungus werden hier alle Weißen bezeichnet; das Wort bedeutet so viel wie "der Reisende" oder "der Suchende". Es ist dabei keineswegs abwertend gemeint, nicht wie wenn jemand bei uns "Ey, Schwarzer!" sagen würde.

Besonders die Kinder in den abgelegeneren Dörfern fahren total auf Muzungus ab. Fährt man mit dem Boda-Boda durch eins der Villages, hört man schon von weitem "Muzungu, Muzungu!"-Rufe, worauf dutzende Kinder zum Straßenrand gelaufen kommen und winken. Ein Zurückwinken wird manchmal mit lautem Gelächter und Luftsprüngen gefeiert. Superniedlich!

Natürlich wird das Attribut "weiß" in Afrika oft mit "reich" assoziiert. Vor allem in Städten wird "Hey, Muzungu!" daher gern durch "Give me my [...]!" ergänzt. Die eckigen Klammern werden wahlweise, je nach Situation, durch "money", "pants", "shoes" oder auch "sweeties" ausgefüllt.

Ebenfalls beliebt ist auch "How are you, Muzungu!". Das hört man echt an JEDER Ecke. Selbst von den Kindern, die eigentlich noch gar kein Englisch können. Die wenigsten Leute erwarten dabei eine Antwort auf die Frage und reagieren auf ein "Thankyou Sir, I'm fine, how are you?" völlig perplex.

Neben den Muzungus, womit in der Hauptsache weiße Europäer und Amerikaner gemeint sind, gibt es übrigens auch noch die Muhindis und die Muchinas. Dabei handelt es sich vermutlich um nachträglich erfundene Kunstwörter, deren Bedeutung wohl klar sein dürfte.

  • Glossar Eintrag #1     Transportmittel in Uganda

Matatus sind umgebaute japanische Kleinbusse, ursprünglich ausgelegt für den Transport von 8 Fahrgästen. Hier in Uganda werden bis zu 27 Personen plus Federvieh in ein Matatu gequetscht; man hat so gut wie nie einen Platz für sich allein. Die Taxi-ähnlichen Transportmittel fahren erst dann los, wenn sie voll sind. Fahrpläne: Gibts nicht.

Boda-Bodas sind das bevorzugte Kurzstrecken-Transportmittel in Uganda. Die meisten Reiseführer raten von einer Fahrt auf einem dieser Motorrad-Taxis, strikt ab - aber ehrlich Leute, ihr könnt euch nicht vorstellen, wie viel Bock das macht! Und die Dinger sind superpraktisch. Man findet eigentlich immer irgendwo ein Boda, auch mitten in der Nacht. Einmal kurz winken, mit dem Fahrer einen Preis aushandeln (Richtwert ist immer ca. die Hälfte von dem, was der Fahrer vorschlägt), und los gehts. Helm oder Schutzkleidung: Fehlanzeige.

Hinter dem Fahrer ist locker Platz für zwei Personen und ein Huhn. Zu dritt und mit Ziege wird es schon etwas eng, geht aber alles. Boda-Boda ist übrigens eher die Bezeichnung für die Dienstleistung. Das Motorrad als solches ist ein Piki-Piki. Die meisten Fahrer verleihen ihre Pikis auch, und wenn man Glück hat, erwischt man eins, bei dem nicht auf halber Strecke die Kupplung abbricht.

Reisebusse: Längere Strecken, wie zum Beispiel Kampala - Fort Portal, legt man am besten im Bus zurück. Die sind meist schneller als die Matatus und angeblich deutlich komfortabler, was sich jedoch nicht unbedingt mit meinen Erfahrungen deckt. Platz hat man im Bus genausowenig wie im Matatu, dafür ist die Fahrt oft weniger halsbrecherisch.

Personenzugverkehr existiert in Uganda überhaupt nicht. Und da die meisten Straßen in einem katastrophalen Zustand sind (meterbreite und -tiefe Schlaglöcher sind keine Seltenheit), ist man für eine Strecke von 200 km mal locker 5-7 Stunden unterwegs - vorrausgesetzt man bleibt pannenfrei und der Fahrer hat nicht vergessen zu tanken.

Bei den meisten Fahrzeugen in Uganda, ob Boda-Boda, Matatu oder Reisebus, ist übrigens ein Mut machender Spruch auf Stoßstange, Heckscheibe oder Motorhaube á la "In God We Trust" gepinselt. Na, dann kann ja nichts mehr schiefgehn. Augen zu und gut festhalten!

  • Landung in Entebbe
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  • 08. August 2014

I saw a friend of mine the other day
And he told me that my eyes were gleamin'
I said I had been away, and he knew
He knew the depths I was meanin'.

(Ben Howard)

Eine andere Welt!

Schon die Ankunft am Flughafen in Entebbe machte dies mehr als deutlich. Ein scheinbar heruntergekommenes Flughafengebaude, eine Landebahn inmitten grasender Ziegen; auf der einen Seite durch Wasser, auf der anderen durch einen Maschendrahtzaun begrenzt, hinter dem einheimische Kinder den ankommenden Flugzeugen winken. Mit Sturmgewehren bewaffnete Polizisten an jeder Ecke. Und roter Staub! Überall.

Die Touristen-Abfertigung im internationalen Flughafen von Entebbe ist etwas verwirrend, so dass wir es irgendwie schaffen, uns aus Versehen an der Passkontrolle vorbeizuschleichen. Ein bisschen wundern tun wir uns schon, dass niemand unser Visum sehen will, aber inzwischen sind wir bereits am Gepäckband angekommen und viel zu sehr damit beschäftigt, unsere zahlreichen Koffer in der Menschenmenge auszumachen. Dass der fehlende Stempel im Visum zu Problemen führen würde, ist uns zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst...

Willkommen geheißen werden wir von Pauls Schwester Maria und einigen anderen Freiwilligen aus Fort Portal. Mit Gepäck passen wir natürlich nicht alle in den Mietwagen, also entscheiden wir uns kurzerhand, die 40 km bis Kampala im Matatu zurückzulegen - womit das erste große Abenteuer seit dem langen Flug von Düsseldorf beginnen sollte. Und es sollte nicht das letzte Abenteuer des heutigen Tages bleiben, aber dazu später mehr.

Die staubige Straße von Entebbe nach Kampala ist gesäumt von Sinneseindrücken, die man nur schwer in Worte fassen kann. Dennoch: Die knalligen Farben der aneinander gereihten Kaufläden, die von Plastikspielzeug über Polstermöbel bis hin zu Lebendgefieder fast alles verkaufen, was man sich vorstellen kann; davor Händler und Käufer, die um die Waren feilschen; die Kinder, die zwischen den Hühnern und Ziegen auf der Straße spielen. Immer wieder steile, mit Bananenpflanzen bewachsenen Abhänge, die sich zwischen dem geschäftigen Treiben auftun.

Wir sind müde von der langen Reise. Aus dem Matatu-Radio tönt scheppernd arabisch klingende Musik. Man lässt sich davon einlullen, bis man durch eines der zahlreichen Schlaglöcher in die Realität zurückgeholt wird.

Beim Lesen dieses Tagebuches werden euch einige Wörter unterkommen, die ihr noch nie gehört habt. Dafür habe ich ein kleines Glossar angelegt, aus dem ihr den ersten Eintrag hier lesen könnt: